Treiben auf dem Bug

Viele Katamaransegler stehen vor dem Problem bei starkem auflandigem Wind am Strand anzulegen, ohne dabei das Material zu beschädigen, insbesondere bei starker Brandung. Auch, um vom Strand bei ablandigem Wind abzulegen, bietet sich diese Methode sehr gut an, ist sicher und elegant.

Allen, die die Erfahrung schon gemacht haben in der Brandung mit dem quer zur Welle stehendem Katamaran zu kämpfen, können wir das Manöver „Treiben auf dem Bug“ herzlich empfehlen.

Woraus besteht dieses Manöver?

Man stellt den Kat mit dem Bug in den Wind, holt die Ruderblätter soweit auf, dass sie das Wasser nicht berühren, stellt den Traveller in die Mitte und holt das Großsegel dicht. Beide Segler begeben sich auf den Bug so weit, dass das Heck aus dem Wasser kommt. (Bei Hobby Cat kommt das Heck höher aus dem Wasser, da die Rümpfe relativ wenig Volumen vergleichbar mit TopCat haben.) Die Fock wird eingerollt und stehend oder sitzend halten sich die Segler fest am Vorstag oder Trapez.

So vorbereitet, treibt der Katamaran sehr sicher mit dem Wind und bleibt auch kursstabil in der Brandung. Das Steuern ist nur bedingt möglich durch Rausstellen des Schothorns der Fock. In dem Fall, rollen wir die Fock raus, oder treiben auf dem Bug mit flatternder Fock, was auch möglich ist. Wenn einer von den auf dem Bug sitzenden Segler, seine Beine ins Wasser steckt, wird der Widerstand den Kurs beeinflussen.

Diese sehr nützliche Fertigkeit werdet ihr in jedem VDWS Katamarankurs lernen, sei es an den Katamaranschulen, die mit Brandung zu tun haben, oder am Flachwasser, wie das der Fall bei uns in Alcudia Mallorca ist. Auch in den Aufbaukursen festigen wir immer wieder dieses Manöver, um sicher an den Strand zu kommen.